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Wirtschaft und Ethik
- wie geht das zusammen?
Ein ermutigendes Bildungsprojekt zum Thema Wirtschaft und Ethik
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An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen |
Täglich erreichen uns Nachrichten über
Unternehmen und Organisationen, denen es an moralischen Wertvorstellungen
mangelt. Angekündigte Massenentlassungen führen zu einer
Erhöhung des Aktienkurses, Heuschreckenfonds pressen Unternehmen
aus, die Welt steht unter dem Diktat einer rücksichtslosen
Ökonomie. Viele leiden unter den Missverhältnissen von
Wirtschaft und Ethik, erfahren Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten
unterschiedlicher Art in Zeiten von - realen und vermeintlichen
- Globalisierungszwängen.
Ausdrücklich in Kenntnis dieser bad news mit entsprechend
schlechter Praxis luden die Evangelische Akademie im Saarland
und die Diplompsychologin Elke Hoffmann von Pro be Ko
(Pro jektentwicklung Entwicklungs be ratung Ko
mpetenzentwicklung) dazu ein, den Blickwinkel zu ändern, vor
Ort hinzuschauen und nachprüfbar gute Beispiele zu entdecken.
Eine Erkundungsreise ab 19. August bis 27. Oktober 2008 führte
zu fünf Stationen mit Unternehmen, Organisationen, Kommunen
und Ministerien, die mit - wirtschaftlich, sozial, kulturell und
ökologisch - verantwortungsvollem Tun in unterschiedlichen
Handlungsfeldern ermutigende (sog. good practice-) Beispiele geben
können.
Alle Interessierten konnten sich jeweils informieren, nachfragen,
eigene Erfahrungen einbringen und diskutieren.
Die Schirmherrschaft hatte der Minister für Wirtschaft
und Wissenschaft, Joachim Rippel, übernommen.
Den theologischen Bezug zum Thema stellt die Leiterin der Ev. Akademie,
Pfarrerin Johanna Wittmann, in ihrem Impuls dar (hier
nachlesen)
| Die Veranstaltungen
im Einzelnen |
Ein Klick auf den Namen der Referentin/des
Referenten öffnet den jeweiligen Impulsbeitrag.
| Auftakt zur Erkundungsreise
war am 19. August in der Johanneskirche Saarbrücken |
mit der Projektvorstellung,
themenbezogenen Ausschnitten aus dem Spielfilm Free Rainer
mit Moritz Bleibtreu,
Impulsen (*) von
Pfarrer
Dr. Kai Horstmann von der Ev. Studierendengemeinde
Saarbrücken - u. a. zu einem Seminar Wirtschaft und Ethik
an der Universität mit ihm -,
Dr.
Hanspeter Georgi für den Arbeitskreis
Wirtschaft - u. a. zu deren Mitwirkung bei der Initiative Unternehmen
für die Region und seinem Engagement bei der Trans-Fair-Stelle
zu Arbeitsvermittlungen von Bergarbeitern in neue Tätigkeitsfelder,
dem DGB - Landesvorsitzenden Eugen
Roth -
u. a. zur Unterstützung des Wettbewerbes Neuland: Gutes
Tun bringt Gewinn durch die Landesgruppe und gemeinschaftlichem
zukunftsverantwortlichen Handeln bei der Dillinger Hütte von
Unternehmens- und Mitarbeitervertretung
und anschließendem Austauschen - anknüpfend an die zuvor
von ihnen präsentierten guten Beispiele.
| Am 4. September
folgte ein Besuch im Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft
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mit einem Eingangsbeitrag Wirtschaft
und Ethik - nachhaltiges Wirtschaften bringt Gewinn des Ministers
Joachim Rippel und einigen good-practice
Beispielen - u. a. die kontinuierliche Förderung der Kampagne
zu dem fair gehandeltem Saarbonne-Kaffee und die Initiative
für eine Beratungsstelle Vereinbarkeit von Familie und
Beruf - sowie einem Impulsreferat aus der Wissenschaft Marktwirtschaft
und Moral - Ordnungspolitische Überlegungen von
Professor
Schmidtchen von der Universität des
Saarlandes. Dabei wurde auch über die Einrichtung eines neuen
Studienganges an der Universität economics, finance +
ethics informiert.
| Unternehmen
übernehmen Verantwortung lautete das Motto des interdisziplinären
Abends am 16. September in der Universität in Saarbrücken |
mit dem Präsidenten Prof. Dr. Volker
Linneweber und Kurzbeiträgen zu:
Familienbewusste Hochschule mit
Dr. Sybille Jung,
ressourcen- anstelle von defizitorientiertem gesundheitlichem Wiedereingliederungsmanagement
- zusammen mit dem Betriebsrat - und anderen Aktionsfeldern, auf
denen sich Ford Saarlouis ethisch verantwortlich zeigt (z.B. IMBA:
Integration von Menschen mit Behinderungen i. d. Arbeitswelt, Diversity-Unternehmenskultur)
mit dem Personalleiter Michael
Weber,
unentgeldlicher Schutzhüttensanierung durch Auszubildende und
anderen verantwortungsbewussten Aktivitäten (z.B. Umweltmanagement
nach EMAS) des Familienunternehmens Güth (Dachdecker) aus Saarbrücken
mit Gerhard
Güth und dem Seniorchef der Firma,
dem Projekt Ehrenamt & Wirtschaft der LAG Pro Ehrenamt und seinen
vielfältigen Initiativen zur Förderung und Wertschätzung
des Freiwilligenengagements von Unternehmen mit
Horst Kipper-Woll
als Projektleiter und dem Vorsitzenden Müller,
zukunftsverantwortlichen Aktivitäten der Industrie- und Handelskammer
des Saarlandes wie die Initiative zu Älter, weniger und
trotzdem erfolgreich und entsprechender Veröffentlichung
mit dem stellv. Hauptgeschäftsführer Hermann
Götzinger .
Die präsentierten vielfältigen Beispiele boten geeignete
Ausgangspunkte für anschließende Austausche in einer
offenen fairen Diskussionsatmosphäre.
Die Sachorientierung und der Verzicht auf selbstgefällige beifallsfordernde
Reden der Impulsgebenden wurde ebenso anerkannt wie die Vielfalt
der Aktionsfelder und bereits realisierte Praxis von verantwortungsvollem
Handeln.
Die Vereinbarkeit von Gewinnstreben einerseits und notwendig gesellschaftlicher
Verantwortungsübernahme seitens der Wirtschaft andererseits
wurde nicht infrage gestellt.
Die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zwischen Gemeinwohlengagierten
und Unternehmen, zwischen Profit- und Non-profit-Unternehmen wurde
genutzt: Der Verein Miteinander leben lernen hat z.B. Kontakt mit
Ford Saarlouis und der Fa. Güth geknüpft.
Es wurde begrüßt, dass mit Informations-, Kommunikations-
bzw. Bildungs-Initiativen wie dieser von Ev. Akademie und Pro be
Ko einem einfach gezeichneten Bild von Unternehmen als gesellschaftlich
grundsätzlich verantwortungslos differenziert und konkret begegnet
werden kann.
Fotos: R. Neu
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| In der Stadtbibliothek
Saarbrücken ging es am 29. September an der 4. Station
um das Thema Kommunen: Zukunft fair antworten |
mit Kurzbeiträgen
von Bürgermeister Kajo
Breuer zu zukunftsverantwortlichen Aktivitäten
in der Landeshauptstadt: Z. B. der Arbeit des Zuwanderungsbüros
für Integration, dem städtischen Engagement zur Gemeinwesenarbeit
und energie- sowie beschaffungsbezogen nachhaltigen Entscheidungen,
von Birgit
Hoffmann vom Fachdienst Regionalentwicklung
und Agenda 21 Büro des Regionalverbandes Saarbrücken -
u. a. zur csr (corporate social responsibility) - Dialog-Veranstaltung
2007, zu Beteiligungsprozessen und zum Masterplan Regionalpark Saar,
von Bürgermeister Armin
König der Stadt Illingen zum dortigen
ganzheitlichen Politikansatz u. a. mit dem zukunftsverantwortlichen
Projekt Illingen 2030: Bürger planen Zukunft im demografischen
Wandel, der Bedeutung und Realisierung von Transparenz und
Reflexionsfähigkeit und solcher von interkommunaler Zusammenarbeit,
von Meinolf
Pollkläsener, Vorstandsmitglied im Verband
Familienunternehmer ASU zu der Kampagne Verantwortung
für Saarbrücken - Mach mit! und Informationen dazu,
welche gemeinwohlorientierten Projekte wie gefördert werden
- jeweils nach vorheriger gemeinsamer Entscheidung mit der Stadt.
Ein weiteres Mal wurden am Rande der anschließenden Austausche
auch Kontakte geknüpft, um konkret tätig zu werden - dieses
Mal z. B. zwischen dem Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland
und der Gemeinde Illingen.
Fotos: K. Klauer
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| Ein Besuch im Ministerium
für Umwelt unter dem Titel Eine-Um-Welt-Sichten
am 27. Oktober 2008 |
war die vorläufig letzte Station dieser
Erkundungsreise.
Der Minister
für Umwelt, Stefan Mörsdorf, erläuterte
in seinem Eingangsbeitrag Artenschutz, Klimaschutz, gesunde
Lebensmittel - regionale Antworten auf die globalen Herausforderungen
u. a. sein Eintreten für ein bundesweites Investitionsprogramm
Klimaschutz und stellte Beispiele ministeriellen Tuns vor wie z.
B. die Förderung von ARGE Solar, Tatort Dorfmitte, die Vereinbarung
Umweltpakt Saar von Regierung + Wirtschaft sowie verschiedene
Bildungsinitiativen.
Beiträge von Wynnie
Mbindyo und Doris Müller vom Vorstand
von NES, dem Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V. konzentrierten
sich aus der Vielfalt von Angeboten des Netzwerkes auf die Vorstellung
ihrer Aktivitäten zur Förderung des fairen Handels und
der Bildung für nachhaltige Entwicklung vor Ort. Das Netzwerk
hat sich anschließend mit dem Minister u. a. über geeignete
Anlässe zu fairen Verköstigungsmöglichkeiten ausgetauscht.
Rück- und Ausblicke zum Projekt An ihren Früchten
werdet ihr sie erkennen von Pfarrer
Dr. Kai Horstmann,
Elke Hoffmann v. Pro be Ko und dem Studienleiter der Ev. Akademie
Hans-H. Bendzulla sowie anschließende Rückmeldungen zeigten,
dass - mit den Erkenntnissen dieser Erkundungsreise - weitere ermutigende
Initiativen folgen sollten.
Foto: K. Klauer
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(*)
- Die Impulsbeiträge sind als Volltext bzw. als Zusammenfassung
nachlesbar (s. Link).
Die Zusammenfassungen sind mit den jeweiligen Autoren abgestimmt.
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