|
Die Künstlerin Bali Tollak
wurde inspiriert zu ihren Seelenbrettern durch Totenbretter im Bayerischen
Wald, die dort als Flurdenkmale von vergangenen Bestattungsriten
und einer besonderen Art innig besinnlicher Totenehrung künden.
Dagegen sind die fast zwei Meter hohen und knapp dreißig Zentimeter
breiten Holzbretter der Künstlerin, mit volkstümlichen
Sprüchen oder mit Zitaten berühmter Schriftsteller und
Philosophen beschriftet, Botschaften an uns Lebende. So kommt etwa
Laotse zu Wort oder Jean Paul mit der Erkenntnis: Unsere größten
Erlebnisse sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten
Stunden.
Kulturübergreifend ist zudem die farbenfrohe Symbolik auf den
Brettern. Chinesische Symbole für Mensch und Berg sind da genauso
zu finden wie nordafrikanische oder indianische Elemente. Eine Stele
mit Leuchtturm verweist auf das Prinzip der Hoffnung, eine andere
mit der Jakobsmuschel und archaischen Spiralformen auf den Pilgerweg
nach Santiago de Compostela und die Ewigkeit.
Die Seelenbretter sind Wegbegleiter für den Betrachter, sollen
ihn anregen zum Innehalten und Sinnieren, zum Stillwerden in unserer
lauten und schnelllebigen Zeit.
|

|