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Herbst Farben des Lebens
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Herbsthauch
Herz, nun so alt und noch immer
nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!
Lässt doch der spielende Wind
nicht vom Strauch,
immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.
Lässt doch der spielende Wind
nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet.
Friedrich Rückert
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Oktobernacht
Sessel, bring mir einen Gast.
Tisch, bring mir ein fröhliches Mahl.
Lampe, zeig mir ein freundliches Gesicht,
nicht mich im Spiegel. Spiegel, dreh dich zur Wand.
Sessel, bring mir einen Gast.
Tisch, bring mir ein fröhliches Mahl.
Fenster, geh auf in ein wärmeres Land.
Koffer, nimm mich bei der Hand und flieg mich nach Ägypten.
Sessel, bring mir einen Gast.
Tisch, bring mir ein fröhliches Mahl.
Telefonvogel, sing für mich.
Oder bring mir einen kellertiefen Winterschlaf, Bett.
Ernst Jandl
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Alles hat seine Zeit
Ein jegliches hat seine Zeit,
und alles
Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
Geboren werden hat seine Zeit,
sterben hat seine Zeit;
pflanzen hat seine Zeit,
ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit.
weinen hat seine Zeit,
lachen hat seine Zeit,
klagen hat seine Zeit,
tanzen hat seine Zeit;
Man mühe sich ab, wie man will,
so hat man keinen Gewinn davon.
Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
nur dass der Mensch nicht ergründen kann,
das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
Die Bibel, aus: Prediger 3
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Es regnet
Im Herbst
sind die Häuser
heimatlos
In welches
verirrst du dich
Du redest zur Wand
über den Frühling
Das Fenster spannt auf
einen Regenbogen
Kommen die Fremden
suchen Wohnung
ihre nassen Schritte
klopfen an deinen
Puls
du redest zur Wand
über den fremden Frühling
Es regnet
Rose Ausländer
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